Samstag, 9. Juni 2012

Vor zwanzig Jahren: Schwarz-gelbe Farbenblindheit


Achtung – dieser Blogeintrag (der eigentlich schon vor einer Woche fertig war, aber irgendwie vergessen wurde) beginnt ausnahmsweise relativ fußball-lastig. Das wird sich aber rasch ändern, wenn der Galopprennsport wieder im Mittelpunkt steht. Versprochen!

Schwarz und gelb – wer in der ersten Jahreshälfte 2012 in Deutschland diese Farbkombination zu Gesicht bekommt, kann wohl gar nicht anders als an die großartigen Fußballerfolge eines Vereins namens Borussia Dortmund zu denken, dem nicht nur das Kunststück der Meisterschaftswiederholung, sondern zugleich auch das Titeldoppel im Pokalfinale in Berlin gelang. Keine Frage – schwarz-gelb dominiert derzeit das (leider!) so extrem stark auf Fußball konzentrierte deutsche Sportgeschehen nach Belieben.


Vor zwanzig Jahren war dies ein wenig anders: Im Pokal hatte Borussia Dortmund es lediglich bis in die dritte Hauptrunde geschafft und war dann gegen Hannover 96 ausgeschieden. In der Bundesliga hatte es im Verlauf der Saison 1991/92 zwar immer wieder sehr gut für eine Meisterschaft des BVB ausgesehen, doch am Ende war das Spielglück nicht auf ihrer Seite. Dabei war die Entscheidung hauchdünn ausgefallen, denn vor dem letzten Spieltag standen die Dortmunder gemeinsam mit Eintracht Frankfurt und dem späteren Meister VfB Stuttgart punktgleich an der Tabellenspitze. Den Ausschlag gab schließlich lediglich die Tordifferenz, und so fanden sich die Schwarz-Gelben am Ende eben nur auf dem Vize-Platz wieder statt ganz oben an der Spitze.
So kam es also, dass zumindest manche Deutsche, die sportlich nicht nur auf das runde Leder fixiert waren (soll es ja durchaus hier und da geben) und auch noch anderen grünen Rasen kannten als jenen zwischen zwei Toren und vier Eckfahnen, mit der Farbkombination schwarz-gelb andere Sportereignisse verbinden konnten – das Frühjahrsmeeting in Baden-Baden etwa, bei dem das Gestüt Fährhof nämlich vor zwanzig Jahren eine großartige Frühsaison fortsetzte. Siebzehn Siege standen Ende Mai 1992 bereits zu Buche – und in Iffezheim ging es munter weiter. Besonders jene Fährhofer, die vom kürzlich erst verstorbenen Meister im Trainerfach Heinz Jentzsch in Köln vorbereitet und von Andrzej Tylicki geritten wurden, heimsten einen Treffer nach dem anderen ein.
Schwarz-gelbe Glanzzeiten: Heinz Jentzsch und Andrzej Tylicki
Das Meeting damals war etwas später im Jahreskalender terminiert, und während der deutsche Galopprennsport 2012 Anfang Juni bereits mit einem Auge Richtung Union-Rennen schielt, war man vor zwanzig Jahren eben erst aus dem Badischen zurückgekehrt. Und dort war es eben ziemlich schwarz-gelb zugegangen: Asilo, Libano, La Fabiola und Quebrada hießen die Fährhofer Pferde, die im Iffezheimer Fährhof-Frühling 1992 siegreich den Zielpfosten passieren konnten. Sie veranlassten meinen Patenonkel, als er am Ende jener Rennwoche wieder zurück im Ruhrgebiet war und zum nachträglichen Gratulieren für sein frischgebacken erwachsenes Patenkind vorbeikam, zu einem Ausspruch, der mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist:
„Jo, die vierbeinigen Schwatt-Gelben können dat wirklich wat besser als die Fußballer. Die sollten mal bei denen Nachhilfe nehmen. War schon erste Sahne – nur der Bekloppte wollte halt nicht.“
Tja, Duisburger Charme, wie er leibt und lebt, leicht erklärt durch die Tatsache, dass mein Patenonkel ein lebenslanges Zebra war. Wer wie er fast in Hörweite des Wedau-Stadions wohnte, konnte ja gar nicht anders. Aber eigentlich war ihm Fußball ziemlich egal, so lange er nur ausgiebig über seine geliebten Pferderennen „philosophieren“ konnte. Genau das tat er dann auch intensiv und wie üblich kaum zu bremsend, um mich auf unserer kleinen Nachfeier über all das zu informieren, was ich während des Frühjahrsmeetings verpasst hatte. Anno 1992 war das wie bereits erwähnt eine ausgesprochen schwarz-gelbe Angelegenheit gewesen – so schwarz-gelb, dass selbst mein Patenonkel, dessen rennsportliche Vorlieben eigentlich ganz woanders lagen, nicht umhin konnte begeistert zu sein.


„Ich bin mal ausnahmsweise farbenblind“, so verkündete er mit einem Augenzwinkern.
Und so berichtete er in einem kaum zu stoppenden schwarz-gelben Redeschwall von Asilo, der sich als heißer Favorit im Pergolese-Rennen durchgesetzt und dabei l(leider!) „unseren“ Templer geschlagen hatte, von Libanos Auftaktsieg am Dienstag des Meetings – ein Pferd, das ihn spontan begeistert hatte und dem er später, auch wenn es mit der spekulativen Derbyteilnahme nichts wurde, über Jahre hinweg durch manche Höhen und Tiefen seiner Karriere bis auf die Jagdbahn in Gelsenkirchen die Treue hielt. Libano lockte ihn auch bei schlechtestem Wetter hinaus auf die Rennbahn, selbst als er schon längst kein Fährhofer mehr war.
Die negativen Erlebnisse jener Rennwoche im Frühjahr 1992, an deren Spitze der furchtbar tragische Tod des Amateurs Hans Strompen stand, blendete er keineswegs aus. Das hatte meinen Patenonkel sehr mitgenommen, wie ich merkte, als er mit zitternder Stimme davon berichtete. Verunglückte Jockeys – das waren für ihn ganz schlimme Ereignisse, vor allem dann, wenn sie solch schwerwiegende Konsequenzen hatten wie damals in Baden-Baden. Fast schien es als habe mein Onkel anschließend ganz bewusst nach den kleinen und großen Höhepunkten gesucht, um wieder Freude an seinem Galoppsport empfinden zu können, dem er damals bereits seit rund drei Jahrzehnten treu war – eine wohl nur zu menschliche Reaktion.
Neben dem Treffer des später zu einem wahren Seriensieger avancierten Fantomas – damals noch in einem harmlosen Ausgleich IV unterwegs – waren es eben vor allem die schwarz-gelben Fährhofer gewesen, die diese Höhepunkte für ihn bestimmten. Lafabiola gewann zum Beispiel im Festa-Rennen, und die hatte er auch gewettet. An diese Stute, die in Baden-Baden ihr Saisondebüt absolvierte, konnte ich mich auch erinnern, weil sie im Vorjahr als Zweijährige in Mülheim gewonnen hatte. Damals hatte mein Onkel mir lange und ziemlich verwirrende Vorträge über die verflochtenen Pfade der Fährhofer L-Familie gehalten, die mir leichtes Ohrensausen verursacht hatten. Offenbar hatte er sie im Auge behalten und mit seiner Einschätzung richtig gelegen.
Das Highlight aus Fährhofer Perspektive hatte jedoch der abschließende Sonntag der Rennwoche gebracht, wenn auch vielleicht nicht ganz so wie erwartet. „Schuld“ daran hatte – wie mein Onkel grinsend unterstrich – der „Bekloppte“. Ja, Lomitas… den nannte er in seiner ganz besonders liebevollen Art immer so. Lomitas mochte er einfach nicht, aus einer intensiven und ziemlich irrationalen Antipathie heraus. Warum? Schwer zu erklären… Er fand ihn zu kompliziert und zu anstrengend, geniales Rennpferd hin oder her. Und seiner Meinung nach hatte Lomitas am letzten Tag des Frühjahrsmeetings 1992 wie bei seinen Startboxeneskapaden als Dreijähriger erneut demonstriert, warum er meinen Onkel nicht zu seinen zugegebenermaßen zahlreichen Fans zählen durfte. Lomitas wird es nicht gestört haben, denn er hatte ja jede Menge anderer Verehrer, deren Liebe zu diesem Pferd natürlich auch durch die Iffezheimer Niederlage nicht erschüttert wurde.

Lomitas vs. Startmaschine
Schaut man in den Jahresrennkalender für das Jahr 1992, ist aber auch zwanzig Jahre später noch die heftige Wehmut über die rüde Entzauberung des großen Lomitas, der selbstredend als haushoher 13:10-Favorit in die Startmsachine einrückte, mit Händen greifbar. Wobei… er sollte einrücken, was ja bei Lomitas immer so eine Geschichte für sich war. Eigentlich schien seine intensive Aversion, die im Vorjahr für manch eine bange Minute und auch ordentliche Enttäuschung bei den Lomitas-Fans gesorgt hatte, damals dank Monty Roberts Intervention ausgestanden. 

Lomitas und Monty Roberts
Eigentlich… Glaubt man den Erinnerungen meines Onkels, dann war der Fährhofer Star aber am 31. Mai 1992 schon im Führring nass und äußerst unwirsch gewesen. Lange habe es so ausgesehen als wolle er sich nicht einmal in die Nähe der Startmaschine begeben. „Völlig durch den Wind – bekloppt eben“, urteilte mein Patenonkel unbarmherzig.


So lief Lomitas dann allerdings auch und wurde prompt geschlagen. Die zweite Niederlage seines Lebens war es erst, nachdem ihn ja im Derby des Vorjahres vollkommen überraschend ein gewisser Temporal bezwungen hatte. Ähnlich groß war auch die Sensation, die sich in Baden-Baden abspielte, als der vermeintlich unbesiegbare Lomitas ausgerechnet von Hondo Mondo mit über einer Länge abgehängt wurde. Hondo wer? Nun, der Hengst aus dem Mülheimer Quartier von Uwe Ostmann war zwar ein richtig nettes Pferd, das immer wieder einmal für Platzierungen in der Grand-Prix-Klasse gut war, aber unter normalen Umständen hätte er niemals vor dem galoppierenden Idol so vieler deutscher Rennbahnbesucher sein dürfen, die Lomitas einfach nur vergötterten.

Traumpferd und Rennbahn-Idol Lomitas
War er aber… und zwar deutlich!
Der Kurzbericht im Jahresrennkalender sprach reichlich melodramatisch von „Weltuntergangsstimmung“, nachdem der „Mythos der Unbesiegbarkeit als Illusion entlarvt“ worden war. Dann wurde noch rasch ein einigermaßen überzogener Vergleich zu einer Boxniederlage von Muhammad Ali bemüht. Mein Onkel sah das anders, denn für ihn war Lomitas ja, wie bereits erwähnt, einfach nur „bekloppt“. „Kopfsache“, so meinte Simon Stokes, der den Fährhofer Hengst wohl mit am besten kannte, anschließend ernüchtert und wählte damit etwas freundlichere Worte, die aber eigentlich in die gleiche Richtung gingen.
In der Tat war dieses ernüchternde Laufen von Lomitas in Baden-Baden schon beinahe der Auftakt zum Ende einer großen und immer intensiv diskutierten Rennlaufbahn, die ohne diese „Kopfsache“ vielleicht noch viel spektakulärer ausgefallen wäre. Einmal noch konnte Lomitas in jener Saison im Hamburger Hansa-Preis durch sein eigentliches Können brillieren, als er unter Höchstgewicht von satten 61 Kilo locker mit vier Längen den Sieg nach Hause galoppierte – eine Demonstration sondergleichen von einem Pferd, das an diesem Tag offenbar den Kopf frei hatte und definitiv nicht „bekloppt“ war. Dass Lomitas bei seinem nächsten Start eine solch eindrucksvolle Rehabilitation gelingen würde, konnte natürlich am Ende des Frühjahrsmeetings noch niemand ahnen, und so hinterließ seine Schlappe gegen Hondo Mondo zunächst einmal reichlich Ratlosigkeit.
Was der Fährhofer Hengst im weiteren Verlauf der Saison noch so alles erleben würde, als lange geheim gehaltene Drohungen eines Erpressers eintrafen, der seine Ankündigung, er werde Lomitas vergiften, im Sommer offenbar wahr machte und so mutmaßlich das dramatische Versagen des Pferdes im Deutschland-Preis verursachte, mutet noch heute auf eine traurige Art und Weise wie ein Dick-Francis-Krimi an. Noch mysteriöser wurde diese Geschichte, als der Hengst zunächst spurlos verschwand, um deutlich später nach unzähligen Gerüchten und Spekulationen, die ich nur mit ungläubigem Kopfschütteln verfolgen konnte, wieder in den USA aufzutauchen, wo er nach längerer Rekonvaleszenz den wesentlich weniger erfolgreichen zweiten Teil seiner aktiven Rennlaufbahn absolvierte. Ende Mai 1992 hätte man sich eine solch dramatische Entwicklung wohl nicht einmal in den wildesten Fantasien ausgemalt, und doch gehört sie mit zu Lomitas‘ ausgesprochen bunter und rätselhafter Biographie. Nach Deutschland kehrte Lomitas jedenfalls erst später, und dann als Deckhengst zurück.


In dieser neuen Karriere wirkte er ausgesprochen erfolgreich, wenn man allein an solch hervorragende Pferde wie Silvano, Belenus, Sanagas, Sumitas, Liquido oder – ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit – Silvaner denkt. 

Unter vielen Guten der Beste? Lomitas-Sohn Silvano
Und spätestens mit einer eher unscheinbaren, aber ganz sicher nicht „bekloppten“ Stute namens Danedream hat der leider 2010 im Alter von 22 Jahren an den Folgen einer Kolik eingegangene Lomitas seine Leistung als Deckhengst posthum gekrönt. Inzwischen wirken auch bereits eine Reihe seiner Söhne und Töchter selbst in der Zucht und können z.B. wie die Lomitas-Töchter Serenata durch Santiago und Sordino, Imelda durch It’s Gino und Zaza Top durch Zazou oder der Lomitas-Sohn Silvano durch Nachkommen wie Proudinsky, Mi Emma, Fair Breeze Bold Silvano auf bemerkenswerte Erfolge verweisen. Lomitas wird durch die Vollblutzucht in seinen Kindern und Kindeskindern sicher noch lange weiterleben.

Lomitas' Erbin - Danedream, frisch geschlüpft
Im Frühsommer 1992 am letzten Tag der Iffezheimer Rennwoche war dies noch Zukunftsmusik. Und so musste die unerwartete Niederlage, die Lomitas gegen Hondo Mondo hinnehmen musste, die Fährhofer Freudenstimmung trüben. Ob es da trösten konnte, dass ein anderes schwarz-gelbes Pferd die Kohlen aus dem Feuer holte, das sowohl meinen Onkel als auch mich in der Folgezeit richtig begeistern sollte? Es handelte sich um die erste Zweijährigensiegerin der noch jungen Saison, die zweijährige Stute Quebrada, die mit fünf Längen Vorsprung den Badener Jugend-Preis gewann. Es muss eine grandiose Vorstellung gewesen sein – vielleicht so ähnlich wie der lockere Erfolg einer gewissen Zazera im gleichen Rennen zwanzig Jahre später. Quebrada brachte meinen Onkel ganz untypisch ins Schwärmen, und spätestens nachdem ich sie im Herbst jenen Jahres bei ihrem Doppeltreffer in der Mülheimer Young Ladies Series – also nach ihren Siegen im Berberis-Rennen und im Preis der Winterkönigin – zweimal live am Raffelberg erlebt hatte, war ich da ganz seiner Meinung.
Wir waren uns sicher, dass wir in Quebrada die künftige Diana-Siegerin entdeckt hatten, zumal ihr ja die Rennbahn direkt vor meiner Haustür gut zu liegen schien. Als sie dann vor etwas mehr als neunzehn Jahren am 3. Juni 1993, in Düsseldorf die 1000 Guineas gewann, schien die Sache endgültig klar. Aber wie das manchmal auf der Rennbahn so ist – im entscheidenden Moment langte es dann doch nicht für den vollen Treffer, und so fand Quebrada, deren Sache vielleicht die Steherdistanz nicht ganz war, am Ende in Mülheim doch eine Bezwingerin in der Ebbesloher Stute Arkona. Aber auch diese Erkenntnis, dass man eben nicht immer ganz vorne sein kann, lag ja im Frühsommer 1992 noch weit in der Zukunft. Zunächst einmal steckten die begeisterten Erzählungen von Quebrada und Co. mich an.
Eigenartig war es allerdings schon, meinen sonst so hellblau-weißen Patenonkel derart enthusiastisch von schwarz-gelben Pferden schwärmen zu hören. Und genau dies habe ich ihm auch gesagt.
„Naja,“ meinte er. „Fair ist fair – die haben einen Lauf. Und darum machen wir jetzt ganz farbenblind eine schwarz-gelbe Wette.“
„Ja? Auf wen?“
„Naja, nächste Woche –Preis der Diana.“
„Auf Longa, meinst du?“
Ja, genau die meinte mein Onkel – die Zweite in der Winterkönigin des vergangenen Jahres, nur Fünfte allerdings in den 1000 Guineas, doch dann, gestern vor zwanzig Jahren, auf unserem Mülheimer Raffelberg passend zu den allgemeinen Fährhofer Frühsommerfeierlichkeiten ganz vorn. Manchmal ist eben bewusst farbenblindes Verhalten gegen den Trend sonstiger Sympathien und Vorlieben der Schlüssel zum Erfolg. 

Zwanzig Jahre nach Lomitas, Quebrada und Co.: Secessio siegt in Baden-Baden
Übrigens: Auch wenn das diesjährige Frühjahrsmeeting in Iffezheim, bei dem das Gestüt Fährhof durch Dr. Andreas Jacobs ja ohnehin allgegenwärtig präsent ist, nicht ganz so hocherfolgreich verlaufen sein mag wie damals vor zwanzig Jahren, so gab es doch auch 2012 eine schwarz-gelbe Siegerehrung zu beklatschen, als Secessio das Derby Trial für sich entschied. Wer weiß... 


Und wenn man an die stetig neuen Hoffnungen und Träume denkt, die die Vollblutzucht und der Galopprennsport so mit sich bringen, sollte auch erwähnt sein, dass es da aus dem letzten Jahrgang der von Lomitas gezeugten Nachkommen eine derzeit noch namenlose Stute auf dem Fährhof gibt. Ihre Mutter? Eine gewisse Quebrada... Wie gesagt: Wer weiß... 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen